Lotosblumen gehören zu den beeindruckendsten Pflanzen, die man am Gartenteich pflegen kann. Ihre Blüten sind strahlend schön, ihre Blätter riesig und makellos. In vielen Kulturen hat die Lotosblume eine hohe symbolische Bedeutung. Das liegt vor allem daran, sie ihre Blüten und Blätter hoch über das Wasser hält und beide immer sauber sind - auch wenn das Wasser trübe oder schlammig ist. Diese Tatsache war den Menschen lange unerklärlich, deswegen wurde die Lotosblume zum Sinnbild der Reinheit. Aber der Mensch nutzt die Lotosblume auch, fast alles an ihr ist essbar, und in Asien werden ihre Rhizome genutzt wie hierzulande die Kartoffeln.
Wenn Sie bislang der Meinung waren, dass sich Lotosblumen in unserem Klima nur mit großem Aufwand kultivieren lassen, dann lassen Sie sich von uns vom Gegenteil überzeugen. |
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| Chinesische Lotosblumen
In China wurden hunderte von Lotossorten gezüchtet. Viele davon sind jahrhunderte alt, aber es gibt auch zahlreiche Neuzüchtungen. Chinesische Lotosblumen kommen in alle Größen daher. Es gibt Zwergformen, die Sie in einer Schale auf das Fensterbrett stellen können, und es gibt Riesen, die mehr als mannshoch werden.
Im Norden Chinas gibt es sehr kalte Winter. Daher werden Lotosblumen dort schon immer in Gefäßen kultiviert, die dann bequem im Keller überwintert werden können. Nicht nur die Lotosblumen aus China sind schön, auch ihre Namen sind oft sehr poetisch: 'Fliegender Regenbogen', 'Betrunkene kleine Elfe', 'Schnee im Fluss ... Lassen Sie sich verzaubern von einer fremden Welt!
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| Amerikanische Lotosblumen
Seit über zwei Jahrzehnten sind Lotosblumen in den USA eine weit verbreitete Gartenpflanze. Zu danken ist das in erster Linie Perry D. Slocum. Er war der erste Gärtner im Westen, der intensiv mit Lotosblumen gezüchtet hat. Seine Sorten sind ausgesprochen blühwillig und kommen in wunderschönen Farben daher. Ein Teil seiner Züchtungen ist geschützt und darf nur von seiner eigenen Gärtnerei vermehrt werden. |
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| Japanische Lotosblumen
Japan ist ein Land mit langer Lotostradition aber ohne eine einzige Gärtnerei die Lotosblumen verkauft. Dies hängt mit der Geografie Japans zusammen. 75 % des Landes sind gebirgig und von Wäldern bedeckt. Die restlichen 25 % Flachland müssen sich die riesigen Städte und die Landwirtschaft teilen. Private Gärten sind also wirklicher Luxus und immer sehr klein. Wenn Japaner Lotosblumen bewundern wollen – und das tun sie mit Leidenschaft – dann gehen sie in einen Tempel oder ein Kloster. Dort gibt es so gut wie immer einen Teich mit Lotosblumen, und in der Regel handelt es sich dann um eine Lotossorte die es nur dort und nirgends anders gibt. Selbstverständlich kann man dort keine Lotosblumen kaufen, deswegen dürften die japanischen Sorten generell die seltensten Sorten der Welt sein.
Japanische Lotosblumen sind sehr elegant. Meistens sind sie ungefüllt, mit schlichten aber absolut perfekten Formen und Farben. Auch die Namen passen zu dieser Eleganz: ‚Lotos der absoluten Wirklichkeit’, schöner geht es einfach nicht.
Wir haben mit den japanischen Lotossorten durchwegs gute Erfahrungen gemacht, sie gedeihen sehr gut unter mitteleuropäischen Bedingungen.
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| Koreanische Lotosblumen
Im Jahr 2006 erhielten wir die ersten Lotossorten aus Korea. Alle Pflanzen haben im ersten Jahr geblüht, aber es ist noch zu früh für eine Beurteilung. Wir betreten hier in zweifacher Hinsicht Neuland. Zum einen wurden unseres Wissens noch nie zuvor Lotosblumen aus Korea nach Deutschland eingeführt, und zum anderen sind die Lotossorten in Korea erst im Entstehen. Es gibt zahlreiche lokale Sorten, aber sie wurden bisher nirgends beschrieben und tragen auch keine einheitlichen Namen. Meistens begnügt man sich mit Herkunftsbezeichnung wie ‚Lotos von Soundso’, manchmal noch kombiniert mit einer Farbangabe. Schön waren alle Sorten, die bei uns geblüht haben. Wir bleiben am Ball, da warten sicher noch ein paar tolle Überraschungen auf uns. |
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| Europäische Lotosblumen
Europäische Lotosblumen gibt es nicht (mehr). Die bei uns heimischen Lotosblumen sind in den letzten Eiszeiten ausgestorben und haben während der Warmzeiten den Weg zurück nicht mehr geschafft. Dass die Bedingungen auch in Europa für die Lotosblumen passend sind, zeigen die in Norditalien verwilderten Bestände.
Ende des 19. Jahrhunderts befasste sich der französische Seerosenzüchter Marliac auch kurz mit Lotosblumen. Es ist unklar ob er tatsächlich gezielt Kreuzungen durchgeführt oder nur Lotosblumen aus China importiert und daraus Sorten selektiert und benannt hat. Nachdem er eine Handvoll Sorten auf den Markt gebracht hatte, wandte er sein Interesse wieder vollkommen der Seerosenzucht zu. Seine Sorten werden heute noch in Frankreich und Italien gehalten.
Im 20. Jahrhundert befasste sich die Gärtnerei von Manlio Calvisi in Italien mit der Lotoszucht und brachte die Sorte ‚Mario Zanfardino’ auf den Markt.
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verfasst am 23.05.2008
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